Sicherheit18. Februar 2026

Die 5 häufigsten Krypto-Betrugsmaschen 2026

LunikLabs Team·7 Min. Lesezeit
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Krypto-Betrug auf dem Vormarsch

Die Welt der Kryptowährungen wächst – und mit ihr die Kreativität der Betrüger. Im Jahr 2026 haben sich bestimmte Betrugsmaschen als besonders verbreitet und gefährlich herausgestellt. In diesem Artikel stellen wir die fünf häufigsten Methoden vor, erklären wie sie funktionieren und geben Ihnen konkrete Tipps zum Schutz.

1. Pig Butchering – Die perfide Langzeitstrategie

Pig Butchering (wörtlich: „Schweineschlachten") ist eine der hinterhältigsten Betrugsmaschen überhaupt. Der Name stammt daher, dass Opfer über Wochen oder Monate „gemästet" werden, bevor sie „geschlachtet" werden.

So funktioniert es:

Der Kontakt beginnt harmlos – eine scheinbar versehentlich gesendete Nachricht auf WhatsApp, eine attraktive Person auf einer Dating-App oder ein freundlicher Kontakt auf LinkedIn. Es entwickelt sich eine Beziehung, ob romantisch oder freundschaftlich.

Nach einiger Zeit lenkt der Betrüger das Gespräch auf Kryptowährungen und Investment. Er zeigt Screenshots seiner angeblichen Gewinne und empfiehlt eine „exklusive Plattform". Das Opfer investiert zunächst kleine Beträge und sieht tatsächlich Gewinne – alles gefälscht. Ermutigt durch die vermeintlichen Renditen investiert das Opfer immer mehr, oft die gesamten Ersparnisse. Wenn das Opfer schließlich auszahlen möchte, werden plötzlich „Gebühren" oder „Steuern" verlangt – und dann bricht der Kontakt ab.

Warnsignale:

  • Unerwarteter Kontakt über Messenger oder Dating-Apps
  • Schnelle emotionale Bindung
  • Gespräche werden auf Krypto-Investments gelenkt
  • Empfehlung einer unbekannten Trading-Plattform
  • Unrealistische Renditeversprechen (10-30% pro Woche)

2. Fake Exchanges – Täuschend echte Handelsplattformen

Betrüger erstellen Kopien bekannter Börsen oder erfinden komplett neue, professionell aussehende Handelsplattformen. Diese Seiten sind technisch oft kaum von echten Börsen zu unterscheiden: Charts bewegen sich in Echtzeit, es gibt ein vollständiges Orderbuch, und der Kundensupport antwortet sogar.

Das Muster:

Das Opfer registriert sich, zahlt Kryptowährungen ein und sieht auf der Plattform ein wachsendes Guthaben. In Wahrheit sind die angezeigten Zahlen rein fiktiv. Die eingezahlten Coins werden sofort in die Wallets der Betrüger transferiert. Bei Auszahlungsversuchen werden Hindernisse aufgebaut – „Verifizierung ausstehend", „Mindestauszahlungsbetrag nicht erreicht" oder „Steuervorauszahlung erforderlich".

Warnsignale:

  • Keine oder gefälschte Regulierung/Lizenz
  • Domain erst kürzlich registriert
  • Kein Eintrag bei der BaFin oder vergleichbaren Aufsichtsbehörden
  • Garantierte Gewinne oder unrealistische Boni
  • Auszahlungen werden immer wieder verzögert

3. Rug Pulls – Wenn das Projekt über Nacht verschwindet

Ein Rug Pull (wörtlich: „den Teppich wegziehen") trifft vor allem Investoren in neue Token oder DeFi-Projekte. Die Entwickler erstellen ein vielversprechendes Projekt, generieren Hype durch Social Media und Influencer, sammeln Investorengelder ein – und verschwinden dann mit dem Geld.

Typische Merkmale:

  • Anonymes Entwicklerteam oder gefälschte Identitäten
  • Aggressive Marketing-Kampagnen auf Twitter, Telegram und TikTok
  • Keine unabhängige Code-Überprüfung (Audit)
  • Liquidity-Lock fehlt oder ist nur kurzzeitig
  • Token-Verteilung stark auf wenige Wallets konzentriert

Im Jahr 2026 sind Rug Pulls besonders im Bereich der AI-Token und Real-World-Asset-Tokenisierung verbreitet. Betrüger nutzen Trend-Themen, um Investoren anzulocken.

Schutzmaßnahmen:

  • Immer prüfen: Gibt es ein Code-Audit von einer renommierten Firma?
  • Token-Verteilung auf Etherscan/BSCScan analysieren
  • Team-Identitäten verifizieren
  • Vorsicht bei FOMO-getriebenen Marketing-Kampagnen

4. Phishing – Der Klassiker in neuem Gewand

Phishing-Angriffe haben sich im Krypto-Bereich weiterentwickelt und sind raffinierter denn je. Statt plumper E-Mails setzen Betrüger 2026 auf:

  • Gefälschte Wallet-Updates: Nutzer erhalten Benachrichtigungen über angebliche Sicherheitsupdates ihrer Wallet und werden auf eine Fake-Seite geleitet, die ihre Seed Phrase abfragt.
  • Social-Media-Impersonation: Fake-Accounts bekannter Krypto-Persönlichkeiten auf Twitter und YouTube versprechen Giveaways oder exklusive Airdrops.
  • DNS-Hijacking: Manipulation von DNS-Einträgen, sodass die echte URL auf eine betrügerische Seite umleitet.
  • Fake-Support: In Discord- oder Telegram-Gruppen geben sich Betrüger als Support-Mitarbeiter aus und bitten um Remote-Zugriff oder Seed Phrases.

Goldene Regel:

Niemand seriöses wird jemals nach Ihrer Seed Phrase fragen. Geben Sie diese unter keinen Umständen weiter – nicht per E-Mail, nicht am Telefon, nicht in einem Chat.

5. Romance Scams – Betrug mit Gefühlen

Eng verwandt mit Pig Butchering, aber mit stärkerem emotionalen Fokus: Romance Scams zielen darauf ab, eine romantische Beziehung aufzubauen, um dann Geld zu erbeuten. Im Krypto-Kontext werden Opfer gebeten, Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu senden – für „Notfälle", „Geschäftsideen" oder „gemeinsame Investments".

Besonderheiten 2026:

  • KI-generierte Bilder und Videos: Betrüger nutzen Deepfakes für Videocalls, um ihre gefälschte Identität glaubwürdiger zu machen.
  • KI-gestützte Konversation: Chatbots helfen Betrügern, mehrere Opfer gleichzeitig zu bearbeiten und konsistente Persönlichkeiten aufrechtzuerhalten.
  • Crypto-native Taktiken: Statt einfacher Überweisungen werden Opfer in vermeintlich legitime DeFi-Investments gelockt.

Warnsignale:

  • Person möchte sich nie persönlich treffen
  • Schnelle Liebesbekundungen
  • Frühe Geldforderungen, oft als „gemeinsame Investition" getarnt
  • Widersprüchliche Angaben zur Person

Wie Sie sich schützen

Grundsätzlich gelten diese Regeln:

  1. Seien Sie skeptisch bei unerwarteten Kontakten und Investmenttipps.
  2. Recherchieren Sie jede Plattform, jeden Token und jede Person gründlich.
  3. Geben Sie niemals Ihre Seed Phrase weiter – an niemanden.
  4. Nutzen Sie nur regulierte Börsen mit nachweisbarer Lizenzierung.
  5. Investieren Sie nur, was Sie verlieren können. Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.
  6. Aktivieren Sie 2FA auf allen Krypto-Accounts.

Was tun, wenn es passiert ist?

Wenn Sie Opfer eines Krypto-Betrugs geworden sind, handeln Sie schnell:

  • Dokumentieren Sie alle Kommunikation und Transaktionen
  • Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei
  • Kontaktieren Sie einen spezialisierten Forensik-Dienstleister wie LunikLabs
  • Informieren Sie Ihre Bank, falls Fiat-Überweisungen beteiligt waren

Je schneller die Blockchain-Analyse beginnt, desto größer die Chance, die Funds zu verfolgen und möglicherweise einzufrieren.

Sind Sie betroffen?

Lassen Sie Ihren Fall von unseren Experten einschätzen. KI-gestützte Analyse mit konkreten Handlungsempfehlungen. Je schneller Sie handeln, desto besser die Chancen.

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